Violettes im Wald – das Leberblümchen

Unglaubliche violette Farbe - das LeberblümchenFrühling, mit großen Schritten scheint er zu kommen. Man merkt es erstens, weil hier im Fünfseenland seit einigen Tagen die Sonne richtig toll scheint und zweitens immer mehr Blumen die Köpfe aus dem Boden recken. Schneeglöckchen und Winterlinge hatten wir ja schon, auch die ersten Krokusse zeigen sich mittlerweile. Gestern habe ich schon wieder einen Frühblüher entdeckt. Sehr verhalten noch, aber immerhin. Ich spreche vom Leberblümchen, lateinisch Hepatica nobilis. Das Leberblümchen gehört zur Ordnung der Hahnenfußartigen Gewächse. Es beeindruckt durch seine tolle, violette Farbe, mit der es aus dem braunen Waldboden richtig heraussticht. Die Blätter der kleinen Blume erinnnern an die From der menschlichen Leber. Daher hat das Leberblümchen auch seinen Namen. Typischerweise wächst es in Eichen oder Buchenwäldern. In Nadelwäldern findet man es selten bis gar nicht. Der Naturschutz Hamburg kürte das Leberblümchen zur Blume des Jahres 2013. Das Leberblümchen findet man nicht nur hier bei uns in Bayern, sondern selbstverständlich in ganz Deutschland beziehungsweise in ganz Europa. Auch in Ostasien und dem östlichen Nordamerika ist die kleine Pflanze beheimatet. Für das Leberblümchen gibt es in verschiedenen Gebieten unzählige Namen. So nennt man es in Ostpreussen „blaue Violen“, in Mecklenburg „Schöranchel“, in Siebenbürgen sagt man „Liewerkrokt“, in Tirol „Haselmünich“, in Schlesien „Schwarzblätterkraut“ und in der Altmark „Märzblom“. Die Schweizer sagen Leberblümli, was zu erwarten war. Nach der Bundesartenschutzverordnung ist das Leberblümchen in Deutschland besonders geschützt und darf weder gepflückt noch ausgegraben werden. Hier in unserer Gegend gibt es sehr viele davon und man kann kaum glauben, dass die Pflanze bedroht ist. Aber besser hält man sich daran und betrachtet das Leberblümchen im Wald und lässt es auch dort stehen. Gepflückt und im Glas hält die zierliche Blume nicht lange und das wäre sehr schade darum. 1753 wurde das Leberblümchen erstmals von dem schwedischen Naturforscher Carl von Linné beschrieben. Er bezeichnete es noch als „Anemone hepatica“. Darüber kann man heute noch diskutieren, ob es nun zur weit gefassten Gattung der Anemone gehört oder, aufgrund der reduzierten Chromosomengrundzahl zu den Hepatica. Mir ist das eigentlich wurscht, für mich heißen sie schon immer Leberblümchen und sie sind wunderbar anzusehen. Die ersten davon habe ich gestern gesehen und in den nächsten tagen, vor allem, wenn das Wetter so weitergeht, werden noch viele folgen. Dann sieht der Waldboden wieder aus, als hätte man einen violetten Teppich ausgebreitet.   Zum Leberblümchen bei fuenfseenland.de geht es hier entlang …    

Über den Autor: christian andreas mueller

Heimatforscher, Naturschützer, Energieeinsparer, Apple-Fan, Ex-Verlagsbetreuer, Hobbygärtner und gebürtiger Fünfseenland'ler. Geboren in Starnberg und aufgewachsen in Seeshaupt, kennt er die Gegend wie seine Westentasche.