Alleine der verlorene Krieg von 1866 kostete den bayerischen Staat 51 Millionen Mark. Die Schlösser aber sind bis zum heutigen Tag eine sprudelnde Geldquelle, da sie jährlich von tausenden von Touristen besucht werden.
Das Kreuz an der Stelle im Starnberger See, an der König Ludwig II. ertrunken sein soll. In Wahrheit liegt die Stelle einige Meter davon entfernt
Am 8. Juni 1886 wurde Ludwig auf Betreiben der Regierung durch den königlichen Obermedizinalrat Bernhard von Gudden, den königlichen Hofrat Dr. Friedrich Wilhelm Hagen, den königlichen Universitätsprofessor Hubert von Grashey und den königlichen Direktor Dr. Max Hubrich aufgrund von Zeugenaussagen und ohne das ihn diese Ärzte jemals untersucht hätten für seelengestört und unheilbar Geisteskrank erklärt.
In der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 1886 fuhr eine Kommission nach Neuschwanstein um den König dort in Gewahrsam zu nehmen und ihn nach Schloss Linderhof zu überstellen, welches zuerst für die Internierung vorgesehen war. Diese Kommission bestand aus dem Minister Crailsheim, den Herren Holnstein und Törring-Jettenbach, Oberstleutnant von Washington, dem Legationsrat Rumpler, einem Protokollführer und den Irrenärzten Dr. Gudden und Dr. Müller. Ausserdem begleiteten noch vier Irrenpfleger die Kommission. Offiziell sollte nach der Absetzung des Königs Prinzregent Luitpold die Amtsgeschäfte übernehmen. In Wirklichkeit taten dies schon seit langem die Minister. Als die Kommission gegen Mitternacht Schloss Neuschwanstein erreichte sah sie sich einer aufgebrachten Menge gegenüber, die dem König zuhilfe geeilt war. Einer nach dem anderen wurden die Mitglieder der Kommission auf Schloss Neuschwanstein eingesperrt, jedoch schon am nächsten Tag durch den Bezirksamtsmann - ohne Wissen des Königs - wieder freigelassen. Der Bezirksamtsmann hatte am Morgen die Regentschaftsproklamation erhalten und fügte sich dem Befehl des neuen Regenten. Am Abend des 10. Juni waren alle Mitglieder der Kommission wieder in München. Nach diesem ersten, gescheiterten Versuch der Festnahme gab man Dr. Gudden recht, der schon Eingangs dagegen war, den König in dieser Angelegenheit wie einen Monarchen und nicht wie einen psychisch kranken zu behandeln. Nach dem gescheiterten Versuch der Festsetzung gab man Dr. Gudden recht und schickte nun die sogenannte Fangkommision aus, die nur noch aus Irrenärzten und Pflegern bestand. Diese traf am 11. Juni 1886 in Neuschwanstein ein und konnte den König überraschend leicht festnehmen. Am 12. Juni gegen 4:00 Uhr morgens trat König Ludwig seine letzte Reise an. Man hatte nun anders entschieden und wollte den König nicht mehr nach Linderhof sondern nach Schloss Berg am Starnberger See bringen. Dies war weiter entfernt von den widerspenstigen Alpenbewohnern, die nach wie vor hinter ihrem König standen.
Der Wagen in dem Ludwig fuhr war präpariert, so dass die Türen von innen nicht geöffnet werden konnten. Auf der Strecke von Neuschwanstein nach Berg mussten dreimal die Pferde gewechselt werden. Der letzte Wechsel erfolgte in Seeshaupt, wo der König noch nach einem Glas Wasser verlangte. Als ihm die Posthälterin dies brachte, bedankte der König sich und sagte zu ihr: "Diese Schmach überlebe ich nicht". Am 12. Juni, 12:12 Uhr traf der König auf Schloss Berg ein. Das Schloss war in eine Privatirrenanstalt umfunktioniert worden. Spione in den Türen, die Türklinken abmontiert, verschließbare Fensterläden und so weiter. Die Ärztekommision erhob sich über den Monarchen und schrieb ihm sogar vor, wann er zu schlafen oder zu essen hatte.
Blick in das Innere der Votivkapelle, hoch zu dem mit Sternen geschmückten, dunkelblauen Himmel in Freskomalerei von August Spieß
Ludwig benahm sich in seiner neuen Situation völlig normal, stellte Fragen, auf die er meist nur ausweichende Antworten erhielt und fügte sich ansonsten seinem Schicksal. Am 13. Juni 1886 bat Ludwig Dr. Gudden um einen Spaziergang im Schlosspark.