Kaiserin Elisabeth Museum

Das Museum nimmt Form an

Die Ausstellung schien auch bei der Pöckinger Gemeinde, zu deren Verwaltungsbereich Possenhofen gehört, ein Bewusstsein für die eigene Geschichte zu entflammen und so wollte man versuchen, diese dauerhaft zu etablieren. Man trat mit Herrn Heinemann in Verhandlungen und konnte dem Antiquar einige Zeit später den Großteil seiner Exponate abkaufen um diese dauerhaft zu zeigen. Natürlich konnte dies nicht ewig im bis dato sehr maroden Bahnhofsgebäude stattfinden und man entschloß sich das Gebäude optisch instandzusetzen. Von nun an wurde gemalert, renoviert, lackiert, tapeziert und saniert. Das wuchernde Unkraut wurde gejätet und der sich über die Jahre abgelagerte Unrat entfernt. Der Königssalon konnte nach alten Vorlagen mit viel Liebe zum Detail in den Zustand seiner Erbauung zurückversetzt werden. Der Stuck an Decken und Wänden wurde ausgebessert und neu bemalt. Die ehemaligen Wandbespannungen aus feinster Seide wurden durch eine farblich passende Tapete imitiert (heute spielen die Kosten eine erheblich größere Rolle als zu Maximilians Zeiten). In relativ kurzer Zeit war der Bahnhof Possenhofen (besonders der Königssalon) ein optisches Highlight in dem beschaulichen, kleinen Ort am Westufer des Starnberger Sees.
Für die ideelle und materielle Unterstützung des Museums wurde der "Kaiserin-Elisabeth-Museum-e.V." gegründet und kümmert sich seit dem 4. Juli 2005 um alle Belange der Ausstellung. Gleichzeitig versucht dieser eingetragene Verein die Sammlung stetig zu erweitern, zu verschönern und neu zu ordnen, wie uns Rosemarie Mann-Stein, die erste Vorsitzende, erzählt. Im ehemaligen königlichen Wartesalon finden Besucher der Ausstellung eine große Menge Bilder und alte Stiche die die Kaiserin aber natürlich auch Kaiser Franz Joseph sowie König Ludwig II. und viele andere Persönlichkeiten aus dem näheren gesellschaftlichen Umfeld von Elisabeth zeigen.

Alte Postkarten und Zeitungsartikel wurden für die Ausstellung aufbereitet, sortiert und zur Ansicht ausgestellt. Im Königssalon stehen einige Glasvitrinen mit Exponaten aus der Zeit der Kaiserin oder aus ihrem eigenen Besitz. Zu den Highlights der Ausstellung gehören einige Tassen und Teekannen mit Vogelmotiven und Goldrand, die von der Kaiserin während ihren Aufenthalten im Achilleion auf Korfu benutzt worden sein sollen sowie eine "Miniatur-Handtasche" - besser eine "Fingertasche" da sie so klein ist, dass man sie sich höchstens um einen Finger hängen kann.

Der Stuck im königlichen Wartesalon wurde vom Schmutz befreit und strahlt nun im selben Glanz wie zu Zeiten der Bahnhofseröffnung

Darin fanden einige winzige "Damenutensilien" Platz. Das Täschchen zeigt auf zwei Bildern an Vorder- und Rückseite die Kaiserin und ihren Gemahl Franz Joseph. Auch einige von Elisabeth als Kind und Jugendliche angefertigte Bilder und Zeichnungen gehören zu den Ausstellungsstücken. Darauf läßt sich erkennen welch große malerische Begabung die Kaiserin besaß. Fast schon ein Kuriosum ist ein kleines Papiertheater, in dem mittels Einschüben aus Pappe verschiedene Szenen von Shakespeares Sommernachtstraum dargestellt werden können.

Die Einschübe sind so angeordnet, dass beim Betrachten der Szene von vorne eine gewisse optische Tiefe entsteht. Erzählungen nach soll Sisi selbst schon vor diesem kleinen Theater gesessen und gestaunt haben. Viele solche kleinen und großen Schätze zeigt das Elisabeth Museum und für einen Besuch sollten Sie etwa eine Stunde Zeit einplanen um alle diese Kostbarkeiten in Ruhe ansehen zu können. In einem Nebenraum hat der Kaiserin-Elisabeth-Museum-e.V. eine Sonderausstellung über die der Kaiserin gewidmeten Denkmäler und Statuen eingerichtet. Dort werden Bilder von fast allen Elisabeth-Statuen oder Denkmälern gezeigt. Von Madeira bis Korfu, von Feldafing bis Ungarn, von Genf bis Wien ist alles dabei. Das einzigartige Elisabeth Museum und die Sonderausstellung sind von 16. Mai bis 28. September immer Freitag, Samstag und Sonntag von 14:00 bis 18:00 Uhr geöffnet und gegen einen Unkostenbeitrag von 4 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Behinderte und Studenten zu besuchen. Kinder bis 14 Jahre zahlen keinen Eintritt. Nach Vereinbarung kann das Kaiserin-Elisabeth-Museum auch zu anderen Zeiten besucht werden. Der Besuch des Museums läßt sich hervorragend mit einem Rundgang um Schloss Possenhofen kombinieren. Leider ist das Schloss, das Elisabeth in Kindertagen liebevoll "Possi" nannte heute nur noch von aussen zu besichtigen. Als Abschluß dieser "Tour" bietet sich ein Besuch im Hotel und Gasthaus "Kaiserin Elisabeth" im Nachbarort Feldafing an. In diesem Hotel logierte die Kaiserin wenn sie mit ihrem Hofstaat zu Besuch im Fünfseenland war. Auch die Roseninsel, auf der sich Elisabeth gerne mit ihrem Vetter, dem bayerischen Märchenkönig Ludwig II traf ist nur einen Katzensprung entfernt. Es lohnt sich an den Starnberger See zu kommen, an dem Elisabeth die glücklichsten Tage ihres Lebens verbrachte. Besuchen Sie die original Elisabeth-Schauplätze im Fünfseenland und das einzigartige Kaiserin Elisabeth Museum im Königssalon des Bahnhofs Possenhofen und lassen Sie sich für einen kurzen Moment in das Leben von Prinzessin Elisabeth (Sisi) Amalie Eugenie von Wittelsbach, der ersten "Kaiserin der Herzen" entführen.