Elisabeth (2. v. links) beim Aufstieg. Neben ihr ihre langjährige Vertraute Ida Ferenczy
Elisabeth hat sich in ihrer Rolle als Kaiserin des damals in Europe mächtigen Habsburger-Reiches Österreich bis auf eine Ausnahme aus allen politischen Geschehen ihres Mannes heraus gehalten. Diese eine Ausnahme aber war eine sehr wichtige. Elisabeth hatte sich auf einer Reise nach Ungarn in dieses wilde Land und seine herzlichen Menschen verliebt. Die Ungarn waren genau wie sie. Sie feierten gerne ungezwungen, waren freiheitsliebend und hatten einen Faible für Pferde. Dies war Elisabeths Land! Die Habsburger hatten die Ungarn mit scharfer Hand unter Kontrolle und eine Revolution in Ungarn war kurz zuvor von Kaiser Franz Joseph und seiner Beraterin und Mutter, der Erzherzogin Sophie, brutal niedergeschlagen worden.
Kaiser Franz Joseph selbst hatte mehrere Todesurteile für Revolutionäre unterzeichnet. Unter den zum Tode verurteilten war auch der aus einer alten Magnatenfamilie stammende Graf Gyula (Julius) Andrássy. Dieser konnte jedoch dem Tod durch den Strang entkommen und sich nach Paris absetzen. Elisabeth beschäftigte sich intensiv mit der von Graf Gyula Andrássy und Ference Deák ausgearbeiteten Neuordnung für Ungarn und war davon überzeugt, dass dies eine zu befürwortende Lösung darstellte. Andrássy sollte später noch eine wichtige Rolle in Elisabeths Leben spielen. Doch erst zurück zu Elisabeth selbst. Beeinflusst wurde sie in ihrem einzigen politischen Engagement sicherlich neben ihrer Liebe zu Ungarn auch durch die ungarische Fürstin Ida Ferenzcy, die seit 1864 im Dienst der Kaiserin stand. Die beiden Frauen waren sich vom ersten Augenblick an sympatisch und schon bald sehr vertraut miteinander. Elisabeth drängte ihren Mann Franz Joseph zur Aussöhnung mit Ungarn. Österreich befand zu dieser Zeit in einer schwierigen aussenpolitischen Lage. Im Kampf gegen die Preussen um die Vorherschaft im Deutschen Bund waren die Österreicher ins Hintertreffen geraten und hatten Verluste hinnehmen müssen. Die Aussöhnung mit Ungarn barg die Aussicht auf eine bessere Stellung gegen die Preussen. Politisch dachte man schon länger darüber nach - Elisabeth aber drängte Franz Joseph beharrlich darauf die Vorschläge Andrássys und Deáks anzunehmen. Sie fuhr gemeinsam mit ihrem Ehemann nach Budapest und schaffte es, die den Österreichern gegenüber noch sehr kühl und verhalten eingestellten Ungarn, vollständig für sich einzunehmen. Die Ungarn verehrten Elisabeth vom ersten Tag an und sie gab dem ungarischen Volk diese Liebe zurück wo sie nur konnte.
Anfang 1867 waren die Verhandlungen über den Österreichisch-Ungarischen Ausgleich abgeschlossen und Kaiser Franz Joseph ernannte die neue ungarische Regierung unter Graf Gyula Andrássy, der wiederrum am 15. März 1867 dem Kaiser von Österreich den Treueschwur leistete. Dies war der Beginn der k&k-Doppelmonarchie (kaiserliche & königliche Monarchie) die auch Donaumonarchie genannt wird, weil die Donau den entstandenen Doppelstaat auf einer Länge von 1300 km durchfloß. Donau hin, Donau her - Sisi war glücklich als die Aussehnung perfekt war und hatte das Ziel, das sie sich gesetzt hatte, erreicht. Zudem hatte sie ein neues Reisziel und ausserdem sollten sie und ihr Gatte ja auch noch zum König und zur Königin von Ungarn - diesem schönen Land - gekrönt werden.
Schloss Gödöllö war die ungarische Sommerresidenz des Kaiserpaares. Sisi verbrachte hier viele Jahre