Herzog Max in Bayern, der Vater von Elisabeth. Zu ihm hatte sie ihr Leben lang eine ganz besonders enge und liebevolle Beziehung
Die Kindermädchen und Erzieherinen mögen es vielleicht in den Wintermonaten im Herzog-Max-Palais in der Münchner Ludwigstrasse geschafft haben, die Bande zum Lernen zu bewegen, in den Sommermonaten in Possenhofen war dies ein hoffnungsloses Unterfangen. Die Kinder und besonders Elisabeth, die man bald nur noch die "Lisi aus Possenhofen" nannte, freundeten sich mit den Bauernburschen aus der Nachbarschaft an, liefen barfuß durch das Schloß und den Garten, spielten mit den vielen Tieren, gingen im Starnberger See zum Schwimmen und, und, und... Auch bei allen traditionellen Festen wie Fischerstechen, Sonnwendfeuer oder Umzügen war Elisabeth mit feurigem Eifer dabei.
Trotzdem schaffte es Elisabeth irgendiwe scheinbar nebenbei, sich eine beachtliche Bildung anzueignen und zumindest einen Teil der geforderten Etikette zu erfüllen, wie sie für eine herzogliche Tochter üblich war. Die Mutter Ludovika konzentrierte sich bei Bildung und Erziehung vorrangig auf ihre ältere Tochter Helene. Diese, so schmiedete Ludovika schon früh den heimlichen Plan, sollte den Sohn ihrer Schwester, der Erzherzogin Sophie von Österreich, Kaiser Franz Joseph von Österreich, ehelichen. Ein Plan, der sich ein klein wenig anders entwickeln sollte, als Elisabeths Mutter Ludovika es sich vorgestellt hatte.
Sisis Mutter, die Herzogin Ludovika Wilhelmine, wollte eigentlich ihre Tochter Helene mit Franz Joseph verloben