Georg Queri war ein Querdenker, ein findiger Schreiber, aber auch sicherlich kein einfacher Mensch. Schön brav seinen Mund gehalten hat dieser klassische, bayerische Sturschädel nie. Er hatte die Gabe, den Menschen in seiner Umwelt auf den Mund zu schauen und ihre Redensarten, Sprüche und auch Schimpfwörter in Texte und Gedichte zu verfassen. Er war ein Kenner der altbayerischen Tradition und in dieser tief verwurzelt. Oft hat er die Eigenheiten und Angelegenheiten der Menschen so genau beobachtet und darüber berichtet, dass diese nur den Gerichtsweg als Ausweg sahen, um ihre "offenen Geheimnisse", die zwar eigentlich jeder kannte - über die nur niemand öffentlich sprach und ihr zum Selbstzweck konstruiertes, oft verlogenes "gutes Image" zu wahren. Meist handelte es sich hierbei um Staatsbedienstete oder Kirchendiener. Deren oft äusserst augenscheinlich zu Tage tretenden Scheinheiligkeit und Hinterfotzigkeit hat Queri erkannt und ihnen wie einen Spiegel vorgehalten.
Das Grab von Georg Queri auf dem Friedhof von Starnberg. Hier ist der Schriftsteller neben seinen Eltern Georg Sen. und Pauline begraben
Er kannte die bayerischen Kultur und ihre Sitten aber auch die Menschen, die sie in diesem schönen Land verkörpern. Seine Bücher haben diese Kenntnisse für die Nachwelt erhalten und geben uns die Möglichkeit, uns mit unserer eigenen kürzlichen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Ludwig Thoma hat einmal über seinen Freund und Kollegen Georg Queri gesagt: "Wo Queri war, saß Altbayern mit seinem breiten Lachen und seinem schlagfertigen Witz am Tisch". 1919 schreibt Georg Queri während eines Aufenthaltes bei seinem Freund Ludwig Thoma am Tegernsee sein Singspiel "Matheis bricht's Eis" und inszeniert es im dortigen Bauerntheater. Am 21. November des Jahres 1919 verstarb Georg Queri im Alter von nur 40 Jahren wohl an den Spätfolgen seiner Hüftverletzung aus seiner Kindheit. Georg Queri ist in Starnberg begraben.
Zu Queris wichtigsten Werken zählen:
1901 | D’Hochzeiterin. Ein oberbayrisches Stück in drei Ereignissen |
1909 | Die weltlichen Gesänge des Egidius Pfanzelter von Polykarpszell |
1910 | Die Schnurren des Rochus Mang, Baders, Meßners und Leichenbeschauers zu Fröttmannsau |
1911 | Bauernerotik und Bauernfehme in Oberbayern |
1912 | Der schöne Soldatengesang vom dapfern Kolumbus |
1912 | Kraftbayrisch - Wörterbuch der erotischen und skatologischen Redensarten der Altbayern |
1913 | Bayerischer Kalender auf das Jahr 1913 |
1913 | Bayernbuch (zusammen mit Ludwig Thoma) |
1915 | Kriegsbüchl aus dem Westen |
1917 | Wanderbuch vom blutigen Westen |
1917 | Der Bayerische Watschenbaum |
1918 | Matheis bricht’s Eis (Singspiel) |
1920 | Der Kapuziner (unvollendet posthum erschienen) |
Links zu Georg Queri:
Georg Queri Seite von Uli Singer
Gasthof "Der Obere Wirt zum Queri"
Gaststätte "Nürnberger Bratwurst Glöckl"
http://www.bratwurst-gloeckl.de
Georg Queri bei Wikisource
