Bei schönem Wetter sitzt es sich im Gasthof Georg Ludwig an der Hauswand neben dem Eingang einfach am gemütlichsten
Natürlich gibt es nicht nur einen Weg, über den man das Gasthaus Georg Ludwig in Maising erreicht aber der schönste führt sicherlich durch die Maisinger Schlucht. OK, man darf hier einen Spatziergang von etwa drei Kilometern nicht scheuen, wird dafür aber auch mit einem wunderbaren Naturerlebniss belohnt (beste Zeit ist April bis Oktober). Hierzu parkt man am Starnberger Wasserwerk (dies liegt Richtung Söcking) und folgt dann der Beschilderung in die Maisinger Schlucht, vorbei an steilen Felswänden, an Höhlen, mal rechts, mal links entlang des Maisinger Baches. Fast immer im leichten Schatten der hohen Baumkronen. Erreicht man dann nach etwa einer Stunde Maising ist es von dort nur noch ein Katzensprung bis zum Gasthaus.
Bei dieser Wanderung bekommt man auch den richtigen Durst, den man mit einem kühlen, naturtrüben Maisacher (Achtung, nicht Maisinger) Kellerbier löschen kann und genügend Hunger um die sehr üppigen Potionen auch zu schaffen, die einem von den immer freundlichen und extrem schnellen Bedienungen an den Tisch gebracht werden. Aber passen's auf, denn zurück durch die Schlucht zum Auto müssen Sie ja auch noch ;-) Wer es sich einfach machen will fährt - wie zu erwarten war einfach nach Maising und spart sich die Wanderung. Die Platzauswahl in dem fast 300 Jahre alten Gasthaus ist reichlich. Wenn das Wetter mitspielt, sitzt es sich hervorragend im Biergarten unter den alten Obstbäumen oder den Tischen direkt an der Hausmauer neben dem Eingang - der bevorzugte Platz - wegen dem Überblick über das Kommen und Gehen. Bei schlechtem Wetter bieten die beiden urigen Gaststuben mit den alten Holztischen Platz für ca. 70 Personen. An Feiertagen sollte man vorsichtshalber reservieren, denn das Gasthaus Georg Ludwig ist weit im Umkreis bekannt für seine bayerischen Schmankerl wie zum Beispiel die Kirchweihgans. Legendär ist wie schon erwähnt der Schweinebraten. Die Portion ist riesig, extrem lecker und mit einem Knödel, fast so groß wie ein Fussball - OK, das war jetzt ein bisserl übertrieben aber jedenfalls fast doppelt so groß wie ein Tennisball. Eine dezente Spannung in der Bauchgegend muss man, will man aufessen, schon in kauf nehmen. Und anschliessend stellt sich dann die Frage: wie bekomme ich noch etwas von den Strudelvariationen mit der hausgemachten Vanillesoße in mich rein? Den Strudel sollten's nämlich unbedingt probieren - der ist eine Sünde wert! Natürlich gibt es auch noch weitere, wechselnde - auch "unbayerische" Leckereien auf der Speisekarte.
An jedem Freitag stehen ganz nach bayerisch-katholischer Tradition auf der Speisekarte wechselnde Fischgerichte an erster Stelle. Saibling mit Petersilienkartoffeln, Renke Müllerinnen Art - da lässt sich der Wirt schon etwas einfallen.
Neben dem Gasthaus steht noch die alte, historische Kegelbahn aus dem vorigen Jahrhundert auf deren Dach schon fast eine ganze Wiese wächst. Für geschlossene Gesellschaften bis ca. 15 Personen öffnet Kurt Beiersdorf, der Wirt des Gasthauses Georg Ludwig diese auch gerne. Hier ist alles wie früher, nichts ist automatisiert, nichts elektrisch - ausser dem Licht vielleicht. Ein Kegelbua oder der Verlierer der letzten Runde muss die Kegel aufstellen und für den alten Bahnbelag mit seinen krummen Bohlen braucht es schon ein gutes Zielwasser um alle Neune abzuräumen - manchem hilft da das Kellerbier. Ein garantierter Spaß für Jung und Alt aber vorsicht, nur mit vorheriger Reservierung!