Wörthsee

Der drittgrößte im Fünfseenland

Die Entstehung des Wörthsees ist umstritten. Natürlich waren es die eiszeitlichen Gletscher, die in der gesamten Region die hügelige Form der Landschaft in das Erdreich gruben aber nicht bei jedem See im Fünfseenland wurde das Seebecken auch von diesen Gletschern aus dem Boden geschliffen. Der Wörthsee könnte ursprünglich ein Teil des nach der Eiszeit vor ca. 15000 Jahren noch sehr viel größeren Ammersees gewesen sein. Klar gegen diese Theorie spricht sein mittlerer Wasserspiegel mit einer Höhe von 560 Metern ü. NN. Der Ammersee hat einen mittleren Wasserstand von 532,9 Metern ü. NN. Da der Wasserspiegel des Ammersees nach der letzten, der Würmeiszeit, im Maximum nur ca. 25 Meter höher lag als heute könnte es für diese Theorie eng werden. Besonders wenn auch noch angenommen wird, dass sich der Pegel des Wörthsees in den letzten Jahrtausenden eher gesenkt als angehoben hat.Aussgeschlossen kann dagegen werden, dass es sich beim Wörthsee um einen durch den Gletscherrückzug und durch abgbrochene Gletscherteile entstandenen, sogenannten Toteissee handelt. Bleibt also für die Entstehungstheorie des Wörthsees noch die Variante, dass die in seinem Bereich endende Moräne eine Aufstauung hinterließ, in der sich im Lauf der Zeit Wasser sammelte und so den See schuf. Der Wörthsee hat ein Einzugsgebiet von ca. 26,35 Quadratkilometern und gilt als einer der saubersten Seen in Bayern. Der Wörthsee hat eine Länge von nur 3,7 km und eine maximale Breite von weniger als 2 km. Trotzdem misst er an seiner tiefsten Stelle immerhin 34 Meter. Mit Wasser gespeist wird der See aus dem Auinger Bach, dem Bulachbach, dem Günteringer Feldbach und dem Torf-Mühlgraben sowie einigen unterirdischen Quellen. Den Ausfluss des Wörthsees bildet der Inninger Bach, der, kurz nachdem er den See verlässt, in die vom Ammersee kommende Amper mündet.

Die durchschnittliche Wassererneuerungszeit des Wörthsees beträgt 8 Jahre. Moderne Forschungsergebnisse haben ergeben, dass das Gebiet um den Wörthsee schon vor ca. 2000 bis 3000 Jahren von Bauern, Fischern und Jägern besiedelt gewesen sein muss. Eine Besiedelung bis in das Jahr 1500 vor Christus lässt sich durch den Fund von Hügelgräbern zweifelsfrei nachweisen. Von ca. 500 vor Christus an besiedelten die Kelten das Gebiet und bis in das 4. Jahrhundert nach Christus die Römer und anschliessend die Bajuwaren.

Die Mausinsel im Wörthsee ist nur durch einen schmalen Streifen Wasser vom Festland getrennt und so kaum als Insel erkennbar.

Die älteste bisher gefundene, urkundliche Erwähnung aus der Gegend um den Wörthsee findet ca. 800 nach Christus der Ort Etterschlag - damals noch als Etinesloch bezeichnet. Etterschlag ist mit einem gesicherten Alter von gut 1200 Jahren eine der ältesten Siedlungen in dieser Region. Aus den Ortschaften Etterschlag, Auing, Schluifeld, Walchstadt und Steinebach ging im Zuge der Gebietsreform im Jahr 1972 die Gemeinde Wörthsee hervor.

Früher wurde der Wörthsee auch "Ausee" genannt. Dieser Name entprang wahrscheinlich der in der Nähe des Sees gelegenen Ortschaft Auing. Im Wörthsee gibt es trotz seiner nicht gerade üppigen Größe eine Insel, die die "Mausinsel" genannt wird. Da das alte mittelhochdeutsche Wort für Insel oder Uferlage Werth oder Wörth gewesen ist, kann man davon ausgehen, dass diese Insel für die Namensgebung des Sees ausschlaggebend gewesen ist.