Weßlinger See

Der Kleinste unter den fünf Seen

Mit nur knapp über 18 Hektar Fläche und einer Länge von gut 700 Metern ist der Weßlinger See der kleinste zu den fünf Seen im Fünfseenland zählenden Gewässer. Böse Zungen nennen ihn auch die "Badewanne Weßlings" - dies ist ein wenig ungerecht, denn der Weßlinger See hat viele wunderschöne Plätze an seinem Ufer zu bieten. Hierzu wurde das Ufer des Sees in der vergangenheit stark verändert, so dass große Teile des ehemals natürlichen Ufers dem Weßlinger See Rundweg zum Opfer fielen. Natürlich ist auch der Weßlinger See genau wie schon Ammersee, Starnberger See, Pilsensee und Wörthsee ein Produkt der Würmeiszeit, deren Gletscher sich aus den nahegelegenen Alpen in Richtung norden über das Land schoben und so die Landschaftsorm schufen, entstanden. Falsch hingegen ist die oft verbreitete Meinung, der Weßlinger See wäre wie der Pilsensee ein Seitenbecken des Ammersees gewesen. Der Weßlinger See liegt auf ca. 590 ü. NN also ungefähr 60 Meter höher als die Oberfläche des Ammersees. Der Ammersee hatte aber zu keiner Zeit einen Pegelstand der mehr als 25 - 30 Meter höher als heute war. Hierdurch ist die Theorie des Seitenbeckens schon auszuschließen. Der Weßlinger See ist also ein klassischer Toteissee. Ein großer Teil der Gletscherzunge war abgebrochen und wurde durch das Gewicht des sich vorwärts ausbreitenden Gletscher tief unter der Gletschersohle in das Sedimentgestein des Untergrundes gedrückt. Als sich der Gletscher zurückzog, blieb dieser Eisbrocken im Boden liegen und wurde durch angespühltes Gestein und Sand überdeckt. Dies schützte den Eisblock vor direkter Sonneneinstrahlung und gab dem Seebecken die Möglichkeit sich zu verfestigen. Während in den folgenden Jahrzehnten oder auch Jahrhunderten das Toteis langsam schmolz, sickerte von den Seiten Grundwasser ein und füllte den heutigen See. Der Weßlinger See ist ein isolierter See und hat keine natürlichen Zu- oder Abflüsse sondern wird nur durch das Grundwasser gespeist.

Dies führte vor einigen Jahrzehnten dazu, dass durch die Düngung der umliegenden Felder sehr viele Schadstoffe in den See gespühlt wurden. Zusammen mit dem schnell anwachsenden Besucherandrang war der See dieser Belastung nicht mehr gewachsen. Das Seeufer war mit Müll übersäht, die Zink, Kupfer und Cadmium-Werte extrem erhöht, und das Phosphat als begrenzter Nährstoff eines Sees konnte wegen des mangelnden Sauerstoffgehaltes nicht mehr in Eisen3Phosphat umgewandelt und am Seeboden abgelegt werden - so wie dies bei "gesunden" Gewässern der Fall ist - sondern bleibt im Wasser gelöst. Dies führt zu einer erhöhten Produktion von Algen an der Wasseroberfläche, die, wenn sie später auf den Grund des Sees absinken dort als Biomasse liegenbleiben.

Eingebettet zwischen Schilf und Bämen liegt der kleine See mitten in der Ortschaft Weßling.

Dort zehrten die Algenreste dann den restlichen Sauerstoff des Wassers auf. Die Fische, die eingesetzt wurden, da der Weßlinger See keinen gewachsenen, natürlichen Fischbestand hat, starben an Sauerstoffmangel. Der See droht vollständig umzukippen. Dieser Tatsache wurde man sich beim Weßlinger See Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre bewusst und versuchte gegenzusteuern.

Um der massiven Eutrophierung des Sees entgegenzuwirken wurden mit dem Bau einer Ringkanalisation im Jahr 1970 erste Maßnahmen zur Rettung des Gewässers ergriffen. Da dies noch nicht die gewünschten Erfolge brachte, musste über weitere Schritte nachgedacht werden und so wurde vom Wasserwirtschaftsamt viel Geld in ein modernes Verfahren der Seetherapie investiert. Ende der siebziger Jahre wurde in der Mitte des Sees eine Pumpe installiert, die in regelmäßigen Abständen eine kleine Wasserfontaine in die Höhe schiesst.